Mittwoch, 6. März 2019

Kanada vs. Schweiz

Diese Woche war ganz normal. Am Freitag bin ich dann um 14 Uhr das erste mal Haare schneiden gegangen, am Nachmittag traf ich Kollegen, wir gingen essen und Fussball spielen. Momentan wird es bereits zwischen 18 und 18.30 Uhr dunkel, man merkt aber das die Tage länger werden. Um 18.30 machte ich mich auf den Heimweg vom Sportplatz, ich musste 50 Minuten im Dunkeln nach hause laufen, es gibt hier außerhalb der Stadt keine richtigen Gehsteige und keine Strassenlaternen. Trotzdem fand ich meinen Weg gut und wurde nur einmal beinahe angefahren. Für gestern hatte ich ursprünglich geplant, nach Vancouver zu gehen, mich aber am Freitag kurzfristig umentschieden, weil viele sagen, es lohnt sich fast nicht für einen Tag. Trotzdem möchte ich irgendwann nach Vancouver gehen.
Am Samstag habe ich dann ausgeschlafen und bin am Nachmittag noch kurz in den Hauptort gegangen. Am Sonntagmorgen kam Ron, der eine Bruder meiner Gastmutter mit seiner Tochter und seinen beiden Enkeln und machte für alle ein grosses Frühstück mit Speck, Erdbeeren, Waffeln, Pancakes und vielem mehr, am Nachmittag bin ich ans Meer gegangen, das Wetter war sehr schön. Danach ging ich dann nochmals in die Stadt.
Die letzten drei Tage hatte ich ganz normal Schule, morgen werde ich nur bis um 12.30 Uhr Schule haben, weil am Nachmittag Lehrersitzungen sind. Was ich am Wochenenden mache, weiss ich noch nicht, wahrscheinlich gehe ich aber am Samstag wieder nach Victoria.


Im Vergleich zur Schweiz ist hier alles ganz unterschiedlich. So zum Beispiel das Essen. Während wir in der Schweiz sehr abwechslungsreich essen und nicht jeden Tag Fleisch essen, gehört Fleisch hier zum Alltag. Fast jeden Tag esse ich hier Fleisch, was ich auch schon von anderen Austauschschülern gehört habe, die in den USA oder in Neuseeland waren. Eines der berühmtesten Gerichte Kanadas ist Poutine. Das sind Pommes mit Käse und einer speziellen Bratensauce. Hier auf der Insel bekommst du es in fast jedem Lokal. Allgemein fällt mir auf, wie international das Essen selbst auf einer eher kleineren Insel ist. So gibt es hier im Hauptort einen Mexikaner, zwei Sushi-Restaurants und zwei Pizzerias. Das Essen ist an all diesen Plätzen sehr fein und ich im Vergleich zur Schweiz deutlich günstiger. Meistens ist es wert, das Geld auszugeben, das sie hier fürs Essen verlangen. Zum Frühstück gibt es vor allem Weissbrot, bei mir eigentlich nur Toast. Dazu essen viele Kanadier Peanut-Butter. Zum Lunch nehme ich immer ein Sandwich mit, wenn ich aber in die Stadt gehe, esse ich es manchmal nicht, aber die meisten Schüler nehmen jeweils einen Lunch von zuhause mit. Manchmal bringt uns der Bruder meiner Gastmutter, welcher Fischer ist, frischen Lachs oder Crevetten.
Ein anderer deutlicher Unterschied zur Schweiz ist hier der Verkehr und Transport. Auf der Insel kann man ohne Auto eigentlich nicht leben. Die Busse in die Stadt kommen vielleicht alle zwei Stunden, während dem wir in Zürich alle 7 Minuten Trams haben. Ich habe mich aber sehr schnell daran gewöhnt und wenn man den Fahrplan anschaut und seinen Tag etwas plant, ist es kein Problem. Trotzdem sind alle immer wieder auf ihre Eltern angewiesen, um irgendwo abgeholt zu werden.
In die Schule gibt es acht verschiedene Linien Schulbusse, die meisten Schüler kommen so zur Schule und auch wieder nach hause. Die Fähren um nach Victoria oder aufs Festland zu kommen, fahren regelmässig und verlassen die Inseln an verschiedenen Häfen.
Auch die Schule ist total anders. Meine Schule ist deutlich grösser als zum Beispiel das LG und die Regeln sind viel lockerer. Während der Stunde ist es ganz normal, zu essen oder mal zu seinem Spind zu gehen. Bei den Lehrern habe ich stärker das Gefühl, dass sie uns auch wirklich etwas beibringen wollen, während dem sich unsere Lehrer in der Schweiz häufig darüber aufregen, wenn wir etwas nicht verstehen. Am Schulsystem hier kann man auch erkennen, dass Sport eine viel wichtigere Rolle spielt als in der Schweiz. Man kann unterschiedliche Sportkurse wählen, ist aber nicht verpflichtet, irgendeinen Schulsport zu besuchen und man macht in allen Kursen spezifische Sachen und nicht einmal Ringturnen und einmal Speerwurf. Zum Beispiel kann man Basketball, Physical Education oder Fitness wählen. Gleichzeitig lernt man auch noch Theorie zum Sport. Meine Klasse schaut zum Beispiel gerade das Skelett an. Auch der freie Freitag ist eine Idee, um uns mehr Zeit für Sport in unserer Freizeit zu geben.
Auch die Natur ist hier natürlich deutlich anders. Auf der Insel gibt es, wie in ganz Kanada, viele Tannenbäume. In den Gewässern rund um die Insel gibt es Wale, Orcas und viele andere grosse Meerestiere. An Land kann es Bären und Pumas geben. Die Leute hier leben anders zusammen mit der Natur und man sieht viel weniger Abfall herumliegen.
Die Insel hat auch einen Flughafen. Er ist in der Bucht des Hauptortes auf dem Wasser. Täglich fliegen hier mehrere Wasserflugzeuge ab, in Richtung zwei verschiedener Flughäfen in Vancouver.











Dienstag, 26. Februar 2019

Victoria

"To travel is to discover that everyone is wrong about other countries."

Seit genau vier Woche bin ich jetzt bereits in Kanada und die Zeit vergeht extrem schnell.
Diese Woche startete mit einem Feiertag, dem British Columbia Family Day, weshalb wir erst am Dienstag Schule hatten. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag hatten wir in Fitness & Strength verschiedene Fitness-Tests. Dabei ging es darum, unseren momentanen Standpunkt zu sehen, eine Note gibt es erst in der Mitte des Semesters, wenn wir die genau gleichen Tests wieder machen. Dann wird unsere Lehrerin unsere Verbesserung von diesem Test zum nächsten bewerten. Vor den Sommerferien wird es dann nochmals einen letzten Test geben. Bisher finde ich dieses Fach sehr cool, weil es Spass macht, jeden Tag Sport zu machen und weil wir auch sonst extrem viel lernen, z.B. über Ernährung, die Blutzirkulation, Muskeln und den menschlichen Körper im Allgemeinen.
Am Mittwoch hatte ich meine erste Matheprüfung. Ich erreichte 30 von 31 Punkten, obwohl ich in der Schweiz extrem schlecht in Mathe bin und ich hier ein Jahrgang höher bin. Hier gibt es nicht wie in der Schweiz Noten von 1 bis 6, sondern einen Prozentsatz, wenn man alle Punkte hat, bekommt man also 100%.
 Es fällt generell auf, wie viel einfacher die Schule hier ist als in der Schweiz. Den Stoff, den ich in der Schweiz verpasse, kann ich aber problemlos nachholen, während dem ich das, was ich hier lerne nicht nachholen kann. Ich lerne extrem viel über andere Kulturen, lerne eine Weltsprache fliessend sprechen, werde selbstständig und lerne viele andere Leute aus vielen verschiedenen Ländern kennen.
Ich lerne nicht nur Neues über Kanada, sondern auch über all die Länder, aus welchen die anderen Austauschschüler kommen. Häufig fällt einem dabei auf, dass viele Vorurteile überhaupt nicht wahr sind.
Am Donnerstagabend ging ich mit meinen beiden Gastbrüdern spontan ins Kino, den Transformer-Film Bumblebee schauen.
Am Freitagmorgen hatten wir ausnahmsweise Schule, um den Montag nachzuholen. Um 12.30 Uhr hatten wir dann Wochenende. Ich ging mit Taro und Arthur (einem anderen Austauschschüler) in die Stadt. Als ich im Coffeeshop mit meiner Kreditkarte zahlen wollte, sah der Kassierer meinen Ausweis und fragte mich, ob ich aus der Schweiz bin. Daraufhin verschwand er im Büro und kam mit einer noch verpackten, ziemlich grossen Schweizerfahne zurück, die er mir schenkte, was auch wieder die Offenheit der Kanadier zeigt.
Da für dieses Wochenende zum ersten mal kein Schnee angesagt war, konnten wir im dritten Anlauf endlich doch nach Victoria auf Vancouver Island gehen. Ich ging mit vier anderen Austauschschülern aus Brasilien und Belgien. Wir nahmen die Fähre um 9.50 Uhr und kamen um ca. 11.30 Uhr im Stadtzentrum von Victoria an. Wir besuchten das Royal British Columbia Museum, gingen zweimal zu Tim Hurtons (dem kanadischen Starbucks oder Dunkin Donuts), gingen in das Chinatown-Quartier, in ein Einkaufshaus und auf dem Rückweg in einen noch viel grösseren Walmart, als den, in dem ich das erste mal war.
Weil wir die Busstation nicht fanden, um den Bus zurück zur Fähre zu nehmen, verpassten wir mehrere Busse, die Fähre um 19 Uhr und verzweifelten langsam. Also gingen wir zurück in den Walmart, um die nächsten zwei Stunden totzuschlagen und kontaktierten alle unsere Gastfamilien.
Am Ende fanden wir dann doch noch die richtige Station, nahmen den Bus und schafften es locker auf die letzte Fähre des Tages nach Salt Spring um 21 Uhr. Auf der Insel angekommen, musste ich noch zwei Busse nehmen bevor ich dann schlussendlich um 23 Uhr auch wirklich zuhause war.
Es war aber ein super Tag gewesen und wir haben viel gesehen. Ich freue mich bereits darauf, das nächste mal nach Victoria zu gehen.
Am Sonntag blieb ich dann zuhause, ging kurz ans Meer, weil das Wetter sehr schön war und schaute dann am Nachmittag die Oscars.
Nächstes Wochenende werden wir vielleicht nach Vancouver gehen, was sicherlich auch sehr cool wäre.
 Das Royal British Columbia Museum

 Der Hafen von Victoria

 Das Parlament von British Columbia












Montag, 18. Februar 2019

Spontane "Ferien"

Nach dem Snow-Day am letzten Montag, von welchem ich euch bereits berichtet habe, fiel die Schule tatsächlich auch noch am Dienstag und Mittwoch wegen dem unerwartet starken Schneefall aus. Am Dienstag hatten wir dann erneut für einige Stunden keinen Strom.
Alle Schüler hatten extrem Freude am Schnee und man hat richtig gemerkt, dass viele sich dieses Wetter überhaupt nicht gewohnt sind. Ich habe es auf jeden Fall sehr genossen, war während diesen Tagen viel draussen und habe mit meinem Gastbruder auch einen Schneemann gebaut.
Der einzige Nachteil war, dass ich keine anderen Kollegen treffen konnte, da die Busse nicht fuhren und die Strassen viel zu eisig waren. Am Mittwochabend erfuhren wir dann, dass die Strassen genügend gut geräumt werden konnten, dass die Schule am Donnerstag wieder stattfinden konnte. Also war ich am Donnerstag zwischen 8.55 und 16.10 Uhr in der Schule. Weil ich am Freitag nie Schule habe und wir am Montag wegen dem "British Columbia Family-Day" schon wieder frei haben werden, hatte ich nach sechs Tagen ohne Schule einen Tag Schule und habe jetzt schon wieder vier Tage frei gehabt.
Nachdem wir bereits letzte Woche wegen dem Wetter nicht ohne Erwachsenen nach Victoria durften, verboten uns die Verantwortlichen an der Schule auch für dieses Wochenende den Ausflug, da sie befürchteten, die Fähre könnte im Laufe des Nachmittags wegen Schnee gestrichen werden. Wenigstens waren die Strassen diesmal genügend gut, dass man wenigstens auf der Insel irgendwohin gehen konnte.
Am Freitagmorgen hat sich meine Gastmutter auf den Weg nach Victoria gemacht, um einen weiteren Jungen abzuholen, der auch bis im Sommer bei uns wohnen wird. Er ist 16 Jahre alt und aus China.
Weil sein Flug verspätet war, kamen meine Gastmutter und er erst nach 20 Uhr wieder hier an. Er scheint sehr nett zu sein, kann aber praktisch kein Wort Englisch, also noch schlechter als der Japaner, der bereits von Anfang an mit mir hier ist.
Ich habe mich in der Zwischenzeit vollständig hier eingelebt. Ich habe es sehr gut mit meiner Gastmutter und ihrem erwachsenen Sohn. Mit meinem japanischen Gastbruder habe ich es eigentlich gut, er verbringt aber einen grossen Teil seiner Freizeit in seinem Zimmer und schläft oder ist mit seinem Handy beschäftigt. Ich fühle mich auch in der Schule sehr wohl, ich habe gute Mitschüler und auch die Lehrer und Betreuer setzen sich sehr für uns ein.
Am Freitagnachmittag bin ich mit drei anderen Austauschschülern aus Brasilien, Deutschland und Frankreich in die Stadt gegangen und danach noch ins einzige Kino auf der Insel, das sich in einem alten, kleinen Gebäude aus dem Jahr 1896 befindet. Pro Tag gibt es nur ein bis zwei Vorstellungen, an diesem Abend lief der Film "Bohemian Rhapsody".
Gestern ging ich am Nachmittag mit Taro, meinem japanischen Gastbruder in den Hauptort, heute hat unsere Gastmutter uns mitgenommen und uns mit dem Auto einige Dinge auf der Insel gezeigt.
Nachdem es dieses Wochenende wärmer wurde und der Schnee zu schmelzen begann, wird es morgen wieder deutlich kälter und ein bisschen Schnee ist angesagt. Es wird aber definitiv nicht genügend für einen weiteren Snow-Day sein, also werden wir morgen wieder ganz normal zur Schule gehen. Am Freitag werden wir diese Woche ausnahmsweise Schule haben, da am Montag wegen einem Feiertag keine Schule stattfand.
In bereits einem Monat werde ich zwei Wochen Frühlingsferien haben, auf welche ich mich bereits sehr freue, weil ich dabei auf zwei Trips von der Schule mit anderen Austauschschülern gehen werde. Dazu werde ich vor den Ferien einen separaten Eintrag machen.











Montag, 11. Februar 2019

Snow!

Nun ist auch bereits meine zweite Schulwoche für mich hier in Kanda vorbei. Die Zeit vergeht extrem schnell! Vor einer Woche kam der erste Schnee seit ich hier bin, es war nicht viel, vielleicht 2cm. Aber trotzdem: Hier geht bei Schneefall sofort alles drunter und drüber. Es fuhren nicht mehr alle Schulbusse und neben vielen anderen Schülern verpassten auch mein Gastbruder und ich am Montag den Schulbus. Zum Glück kam kurz darauf ein ÖV-Bus und wir kamen nur 30 Minuten zu spät in die Klasse. Allerdings waren wir in allen Fächern nie viel mehr als vielleicht acht Schüler, weil viele gar keine Möglichkeit hatten, in die Schule zu kommen - wegen 2cm Schnee. Am nächsten Tag kamen dann wieder die Meisten zur Schule.
Während der ganzen Woche habe ich wieder neue Schüler kennengelernt und ich fühle mich bereits seit letztem Wochenende hier zuhause.
Bisher sind meine meisten Kollegen hier andere Austauschschüler. Auch in der Freizeit versuchen wir, Sachen zu unternehmen. Am Sonntag haben wir im Hauptort z.B. den Superbowl geschaut und am Samstag wollten wir eigentlich nach Victoria gehen. Am Freitagabend kam es aber erneut zu Schneefall, diesmal begleitet von starkem Wind. Um 22.30 Uhr fiel dann der Strom aus, was bei starken Winden hier wohl öfters passiert. Wir erwarteten, dass wir für vielleicht fünf Tage keinen Strom mehr haben werden, am Ende dauerte es aber zum Glück nur eine Stunde und das Problem war bereits wieder behoben.
Das Büro der Schule, das für die Austauschschüler zuständig ist, riet uns davon ab, am Samstag nach Victoria zu gehen. Als es auch unsere Gasteltern nicht für die schlauste Idee hielten, entschieden wir uns, den Ausflug auf nächstes Wochenende zu verschieben. Am Sonntag ging ich dann aber mit meinem Gastbruder, unserer Gastmutter und ihrem Bruder doch noch nach Vancouver Island. Auf dem Hinweg konnten wir auf der Fähre in die Kabine des Kapitäns gehen und uns wurde alles erklärt, was sehr spannend war. Auf Vancouver Island gingen wir in ein Sportgeschäft, etwas essen und schliesslich noch in einen Walmart. Walmart ist eine Kette von Kaufhäusern, die alles haben wie z.B. Kleidern, Lebensmitteln oder Spielwaren.
Am Nachmittag hatte es bereits wieder angefangen zu schneien und als wir aus dem Walmart gingen und uns auf den Heimweg machten, war alles weiss. An der Fährenstation mussten wir über eine Stunde warten, weil die Fähre auf der anderen Insel nicht entladen werden konnte, weil die Autos nicht den verschneiten Hang hinauf kamen. Also musste zuerst noch die Strasse gesalzen und frei geschaufelt werden, während dem wir nicht wussten, ob wir noch nachhause kommen würden.
Schlussendlich funktionierte dann doch noch alles und wir kamen am Abend gut an.
Wegen dem Schneefall ist heute ein sogenannter "Snow-Day" was bedeutet, das wir keine Schule haben. Es hat etwa 25cm Neuschnee gegeben und für die nächsten Tage ist noch mehr angesagt. Es ist also gut möglich, dass wir auch morgen noch nicht zur Schule müssen und den Schnee geniessen können.


Nach dem Stromausfall hatten wir nur noch Kerzen und Taschenlampen, da das Licht nicht mehr ging



In der Kabine des Kapitäns der Fähre 

 Der Walmart in Duncan, einer der kleineren in Kanada



Beim Warten auf die Fähre

Der Schnee am Montagmorgen

Freitag, 1. Februar 2019

Erste Woche in der Schule

Ich habe meine erste Woche an der Gulf Island Secondary School nun bereits hinter mir.
Am Montag musste ich um 8 Uhr für eine kurze Orientierung in der Schule sein. An diesem Tag wurden wir von unserer Gastmutter gefahren. Wir haben ein paar Infos erhalten und wurden darauf von Schülern der Schule auf dem Gelände herumgeführt und uns wurde alles erklärt. 
Das System hier funktioniert ganz anders als in der Schweiz. Pro Semester hat man nur vier verschiedene Fächer, Mathe und Englisch sind Pflicht, es gibt aber mehrere verschiedene Englisch-Fächer (English as second language, English Composition und English Literature). Die anderen zwei Fächer kann jeder Schüler frei wählen. In Kanada gibt es ganz andere Fächer als in der Schweiz, viele davon scheinen für Europäer eher Freizeitaktivitäten zu sein, so kann man z.B. auch Wood- oder Metalwork, Musikunterricht oder verschiedene Sportfächer wählen. Ich habe Spanisch und Fitness + Strength. 
An dieser Schule werden die vier Fächer eines Schülers in einen A-, B-, C- und D-Block eingeteilt. 
Am Montag hat man in der ersten Lektion den A-Block, in der zweiten Lektion den B-Block usw. Am nächsten Tag wechselt es und er B-Block ist der erste, der A-Block nun der letzte.
In der nächsten Woche startet man am Montag aber mit dem B-Block. Das System scheint zwar kompliziert zu sein, ich habe mich aber schon daran gewöhnt und finde mich gut zurecht.
Meine Schule beginnt täglich um 8.55 Uhr. Eine Lektion dauert 1h 15 Minuten. Nach der ersten Lektion gibt es täglich den sogenannten Flex-Block. Dabei kann die Lehrperson der ersten Lektion entweder eine Lektion anhängen oder die Schüler können in die Stunden von anderen Klassen gehen, in welchen sie Mühe haben oder selbstständig für sich lernen. Um 12.30 Uhr hat man Mittagspause und dann am Nachmittag nochmal zwei Lektionen.

Um 9 Uhr begann am Montag dann meine erste Stunde, Mathe. Eigentlich mag ich Mathe ja nicht wirklich, aber hier ist es völlig anders als in der Schweiz und ich lernte gleich die ersten Leute kennen. Weil man hier in jeder Stunde eine andere Klasse hatte, lernte ich auch in den anderen Lektionen neue Leute kennen. Neben mir haben am Montag ca. 20 andere Austauschschüler ihren ersten Schultag hier verbracht. Um 16.10 endet die Schule jeweils und 10 Minuten später fahren die Schulbusse. 
So funktionieren hier alle Schultage. Aber im Gegensatz zur Schweiz habe ich hier nur vier Tage (Montag-Donnerstag) normalen Unterricht, Freitags habe ich den ganzen Tag Zeit für Sport und Aktivitäten. 

Dieses Spezialprogramm wird aber erst nächsten Freitag für mich starten, da ich heute noch eine Infoveranstaltung für International Students hatte. Da diese erst um 10 Uhr begann, konnte ich noch länger schlafen als sonst. Am Morgen wurden wir über die Schule, Aktivitäten nach der Schule und vieles mehr informiert, am Mittag assen wir alle gemeinsam Pizza in der Schule und am Nachmittag zeigten uns die Schüler der Leadership-Klasse die Stadt, damit wir wissen, wo wir was besorgen können und was wir hier machen können. Ich habe schon viele Leute kennengelernt, habe mich schon ziemlich gut eingelebt und fühle mich eigentlich wohl. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich heute vor einer Woche noch in der Schweiz ganz normal Schule hatte.



Der Hafen von Ganges

Sonntag, 27. Januar 2019

Angekommen!

Am Samstagmorgen stand ich um 5.30 Uhr auf, packte die letzten Dinge ein und machte mich dann zusammen mit meinen Eltern auf den Weg zum Flughafen. Das Check-In ging schnell und nach einem Frühstück mit meinen Eltern verabschiedete ich mich und machte mich auf den Weg zur Sicherheitskontrolle und dann zum Gate, wo um 9.10 Uhr mein erster Flug an diesem Tag von Zürich nach Amsterdam ging. Als ich da aus dem Flugzeug ausgestiegen war, traf ich Matthias, einen Austauschschüler aus Zug, der mit derselben Organisation nach Kanada geht. Also gingen wir zusammen durch die Passkontrolle, etwas essen und dann weiter zum Gate unseres nächsten Fluges über den Atlantik nach Calgary. Ich schaute (ein paar) Filme und ruhte mich aus. Mehr als neun Stunden später landeten wir in Calgary. Weil man bereits an diesem Flughafen in Kanada einreist, mussten wir das Gepäck holen, durch den Zoll und das Gepäck wieder aufgeben. Zum Glück ist es nur ein kleiner Flughafen.
Als wir durch die Sicherheitskontrolle gegangen waren, hatten wir nur noch einen kurzen Aufenthalt, worauf ich bereits weiterflog während Matthias noch zwei weitere Stunden auf seinen Flug warten musste.
Trotz den sehr lauten Motoren des kleinen Flugzeugs schlief ich ziemlich schnell ein und erwachte erst beim Flug über die vielen kleinen Inseln vor Vancouver wieder. Schliesslich landete ich und wurde sofort nach dem Aussteigen herzlich von meiner Gastmutter und ihrem Bruder empfangen. Ich lernte einen anderen Austauschschüler aus Japan kennen, der ebenfalls mit mir zusammen bei Julie wohnen wird. 
Ich war extrem müde, ins Bett gehen war aber keine Möglichkeit, weil wir zuerst noch was essen mussten, wir noch eine ca. zweistündige Reise vor uns hatten, weil wir lange auf die Fähre warten mussten und weil es hier auch erst 17.15 Uhr war, während dem es in der Schweiz bereits 2.15 Uhr morgens war. 
Als wir dann endlich angekommen waren, lernte ich Julies Sohn kennen, packte noch meinen Koffer aus und richtete mich ein bevor ich dann nach über 24 Stunden ohne viel Schlaf, drei Flügen und zwei Zwischenstopps endlich schlafen ging.





Mittwoch, 23. Januar 2019

Was bisher geschah...

"Man muss reisen, um zu lernen." -Mark Twain


Hallo zusammen, ich schreibe diesen Blog, damit Freunde und Verwandte sehen können, was ich während diesem halben Jahr in Kanada alles mache.
In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, was es alles braucht, bis man schlussendlich auch wirklich die Reise ins Gastland antreten kann und wie meine letzten Tage hier in der Schweiz aussehen.

Ich habe mich seit Mai 2018 bereits über mögliche Austauschorganisationen und Zielländer informiert. Am Ende dieser langen und aufwendigen Recherchen standen für mich noch Kanada, Südafrika und Malta zur Möglichkeit. Es dauerte nicht lange bis ich mich für Kanada entschied, worauf ich mich bei mehreren Austauschorganisationen informierte, welche Angebote sie speziell für Kanada haben. Nach längerem Überlegen entschied ich für STS, eine eher kleine Organisation mit Hauptsitz in Schweden. Ich wählte das sogenannte Select Programm, bei dem ich Wunschort und
-schule angeben konnte.
Für mich war schnell klar gewesen, dass ich in die Nähe von Vancouver möchte, eine Stadt, die am Meer liegt, aber gleichzeitig auch von Bergen umrahmt ist. So fielen mir auch die vielen Inseln vor Vancouver auf. Am Ende entschied ich mich für die Gulf Island Secondary School auf Saltspring Island.
Aber bevor ich mich auf diese Schule freuen konnte, musste ich viele Formulare ausfüllen, eine Bewerbung abgeben, medizinische Untersuchungen machen und darauf alle Unterlagen an die Schule senden. Nachdem mich die Schule als Austauschschüler akzeptiert hatte, suchte sie für mich eine Gastfamilie in der Nähe.
Nach einer eher schlecht gelaufenen Physik-Prüfung am 14. Dezember erhielt ich die Mail, dass eine Gastfamilie gefunden werden konnte. Mit den wichtigsten Informationen über meine Gastmutter erhielt ich auch ihre Mailadresse, damit ich mit ihr Kontakt aufnehmen konnte, was ich auch tat. Ich freue mich enorm darauf, sie bald persönlich kennenzulernen.
Von der Schule erhielt ich ein Formular, um meine sechs Schulfächer zu wählen. Neben den Pflichtfächern Englisch und Mathematik entschied ich mich für Kochen, Animation/Fotografie/Film, Fussball und Spanisch. Seither ist nichts viel Neues mehr geschehen.

Nun sind es noch 3 Tage bis ich nach Kanada fliege und ich bin schon ziemlich nervös. Heute habe ich mit dem Packen begonnen. Diese Woche treffe ich immer wieder Freunde und Familie, um mich für das nächste halbe Jahr zu verabschieden, was mir bei vielen von ihnen nicht gerade leicht fällt. Aber ich freue mich auf diese spannende Erfahrung im Ausland und gehe am Samstag mit gutem Gefühl an den Flughafen.