Sonntag, 24. März 2019

Seattle-Trip

Nachdem ich am Dienstag um 4.30 Uhr aufstehen musste, fuhr mich meine Gastmutter nach Long Harbour, wo wir uns alle um 6 Uhr trafen. Um 6.15 Uhr fuhr unsere Fähre nach Vancouver. Die Fähren nach Vancouver sind ziemlich gross und die Überfahrt dauerte etwas mehr als zwei Stunden. In Vancouver angekommen, trafen wir Jacob, unseren Reiseleiter von DC Adventures. Neben ihm waren noch Ms. P (die Lehrerin, die diese Trips leitet) und ihre Mutter dabei. Wir luden unser Gepäck hinten in den Bus und machten uns bereit für die Fahrt nach Seattle. Bevor wir losfuhren, gab Jacob uns noch zwei Formulare, die jeder für den amerikanischen Grenzschutz ausfüllen musste, der kein Visa hat oder in den letzten sechs Monaten nicht in den USA war. Nach ca. 25 Minuten Fahrt überquerten wir bereits die Grenze. Nun musste jeder alle seine Dinge aus dem Bus ausladen, seinen Pass zeigen, die Formulare abgeben, seine Fingerabdrücke scannen und sein Gepäck wie am Flughafen röngten lassen. Als dann alle durch waren, gingen wir in einen typisch amerikanischen  Diner und assen zu Mittag. Ich ass einen Burger. Wir fuhren weiter und kamen am Nachmittag dann auch in Seattle an. Wir hielten an einem Aussichtspunkt oberhalb von Seattle, von wo aus man die ganze Stadt sehen konnte. Als dann jeder seine Fotos gemacht hatte, gingen wir in einen Trader Joe's, eine Filiale einer sehr bekannten amerikanischen Supermarkt-Kette. Jacob fuhr uns durch die Innenstadt und erklärte und die ersten Dinge über die Geschichte der Stadt und wir gingen in unser Hotel, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen würden. Bereits vor einer Woche hatten wir die Zimmereinteilung gemacht und ich war mit Jonathan aus Deutschland in einem Zimmer. Am Abend trafen wir uns, um alle gemeinsam Pizza zu essen und gingen anschliessend ins IMAX-Kino, um Captain Marvel zu sehen.
Am Mittwoch trafen wir uns um 9 Uhr und liefen in die Innenstadt, was nicht weit war, weil unser Hotel schon sehr zentral gelegen war (5 Minuten zu Fuss von der Space Needle). Jacob erklärte uns wieder immer wieder Dinge und führte uns zum Pike Place Market, dem zweitältesten Markt der USA, der heute noch immer in Betrieb ist. Darauf gingen wir ans Meer. An den Wänden des Theater-Gebäudes der Stadt kleben Tausende Kaugummis in allen Farben. Obwohl es ziemlich eklig klingt, finde ich die Geschichte dahinter ziemlich cool. Da dem Publikum das Kauen von Kaugummis im Theater verboten war, klebten sie die Kaugummis aussen ans Gebäude. Jeden Tag mussten Mitarbeiter all die Kaugummis abkratzen. Irgendwann entschied man sich dann, die Wand so zu lassen, weil es eigentlich ganz cool aussieht. Darauf hatten wir zwei Stunden Freizeit. Antoine (Frankreich), Jonathan und ich liefen in der Stadt herum, gingen zum Markt und assen wieder Burger. Dann trafen wir uns wieder mit allen anderen und gingen ins Museum of Pop Culture. Das habe ich extrem spannend gefunden, vor allem, weil man im obersten Stock seine eigene Musik machen konnte. Danach hatten wir wieder Freizeit und bevor wir uns um 17.30 wieder trafen gaben Antoine und ich viel zu viel Geld für Sushi aus. Um 18 Uhr gingen wir in die Space Needle, von wo aus man eine extrem coole Aussicht hat. Man sieht die ganze Stadt, die kanadischen Berge und das Meer, was die Stadt eben genau besonders macht. Darauf fuhren wir mit dem Bus an die andere Seite der Bucht, von wo aus man eine super Sicht auf die nächtliche Skyline Seattles hatte, bevor wir Frozen Yogurt essen gingen. Dazu gingen wir in eine Filiale von Menchie's Frozen Yoghurt, wo man zwischen vielen Sorten Joghurt entscheiden kann, seine eigenen Toppings drauf tun kann und am Ende einfach fürs Gewicht bezahlt.
Am Donnerstag trafen wir uns wieder um 9 Uhr und checkten aus dem Hotel aus. Nachdem wir einen Obdachlosen gefunden hatten, dem wir noch unsere Pizzareste vom Dienstag brachten, machten wir uns auf den Weg zum Premium Outlet, wo wir vier Stunden zum Shoppen hatten. In diesem Outlet gibt es alle bekannteren Marken, zum Beispiel Nike, Adidas, Puma, Hollister oder Abercrombie & Fitch. Ich kaufte mir zwei Shirts, eine kurze Hose und neue Rennschuhe. Eigentlich erwartete ich, dass die Mädchen der Gruppe extrem viel einkaufen würde, aber als wir am Ende alles verglichen, sahen wir, dass Jonathan und ich fast am meisten gekauft hatten. Um 14 Uhr machten wir uns dann auf den Weg zur Grenze. Wenn man nach Kanada einreisen möchte, muss man zum Glück nicht sein ganzes Gepäck zeigen. Als wir noch über zwei Stunden Zeit hatten bis unsere Fähre ablegen würde, konnten wir in den Tsawwassen Mills in Vancouver nochmals shoppen gehen. Wir assen Crêpes und  bezahlten $8, um 10 Minuten lang auf elektrischen Plüschtieren durchs Einkaufszentrum zu fahren. Am Ende gingen wir noch in einen Outdoor-Shop, der von Gewehren bis zu Fischerbooten alles hatte. Es war ziemlich krass, all die Waffen zu sehen, die ohne Probleme Menschen umbringen können. Wir verabschiedeten uns von Jacob und um 19.30 legte die Fähre in Vancouver ab und um 21.30 kamen wir dann auf Salt Spring an, wo mich meine Gastmutter  wieder abholte.
Zuhause packte ich meine Sachen aus und bekam ein Paket mit meiner Regenjacke und Schweizer Schokolade, die mir meine Eltern geschickt hatten.
Der ganze Trip hat mir extrem gut gefallen, Seattle ist eine sehr coole Stadt, ich habe andere Austauschschüler wieder besser kennengelernt und wir hatten alle viel Spass. Seattle hat viele coole Attraktionen zu bieten und die geografische Lage zwischen dem Ozean und den Bergen ist beeindruckend. Ich werde diese Stadt auf jeden Fall wieder mal besuchen!

Am Freitag bin ich dann mit Elias und Arthur zu Bruno gegangen und wir gingen Kajak fahren. Als wir draussen auf dem Wasser waren, waren plötzlich etwa 10 Robben um uns herum. Generell ist die Tierwelt hier sehr beeindruckend.
Am Samstag traf ich ein paar Kollegen und am Abend machten wir mit zu elft ein Feuer bei Bruno zuhause und assen Hot Dogs und Marshmallows.
Morgen muss ich dann aber bereits wieder um 4.30 Uhr aufstehen, da wir wieder dieselbe Fähre nehmen werden, um auch in die Rockies zu kommen. Das frühe aufstehen lohnt sich aber definitiv!


Die Space Needle 

 Die Wand des Theater-Gebäudes

 Fischstand am Pike Place Market

 Im Museum of Pop Culture



 Mit Marvin fuhr ich durch die Tsawwassen Mills

Dienstag, 19. März 2019

Finally Springbreak

Am Donnerstag bin ich nochmals ganz normal zur Schule gegangen. In den meisten Fächern haben wir aber nicht mehr viel gemacht. Zum Beispiel hatten wir in Englisch eine Vertretung, die wohl keine Ahnung hatte, welche Art Auftrag sie uns geben sollte. Sie hat sich lieber unsere Geschichten, die wir am Dienstag abgeben mussten, durchgelesen, während dem die ganze Klasse nichts gemacht hat. Als meine letzte Stunde (Mathe) dann um 16.10 Uhr endete, begannen die Frühlingsferien, auf die sich alle sehr gefreut hatten. Nachdem ich eigentlich meine Sim-Karte aus der Schweiz für die Zeit in Kanada behalten wollte, bekam ich die Rechnung vom Februar, die deutlich teurer war, als ich erwartet hatte, obwohl ich nur mit meiner Gastmutter telefonierte, falls irgendetwas war. Ich entschied mich dafür, eine kanadische Sim-Karte zu kaufen und traf mich am Freitag mit Bruno, der ebenfalls eine kaufen wollte. Wir gingen zu Telus, dem einzigen Telefonanbieter auf der Insel. Obwohl hier eigentlich alles deutlich günstiger ist, fand ich den Preis für das Handy-Abo ziemlich teuer. Am Nachmittag trafen wir uns dann in der Stadt mit Kollegen. Rechtzeitig zu Ferienbeginn war es der erste wärmere Tag hier, man brauchte nicht mal mehr einen Pullover. Am Samstag-Nachmittag traf ich mich mit Julian in der Stadt und wir gingen zu Grace Point, einem Platz, zu dem wir alle häufig gehen, wenn wir in der Stadt sind. Am Ende hatten wir eine etwas komische Begegnung mit einem Obdachlosen. Am Sonntag war es noch schöneres Wetter und ich trug zum ersten mal dieses Jahr kurze Hosen. Ich ging mit Hannah, einer Austauschschülerin aus Deutschland, die auf der anderen Strassenseite von mir aus wohnt, ans Meer und mit dem Hund laufen. Am Morgen war schon wieder Ron, der Bruder meiner Gastmutter gekommen, um uns Pancakes zu machen und am Abend hatten wir 13 Gäste, mit denen wir den Geburtstag von Ron, einem anderen Bruder meiner Gastmutter und einer ihrer Enkel feierten.
Heute bin ich dann wieder spontan mit Bruno und Elias in die Stadt und zu Bruno nach hause gegangen, bevor ich den Bus um 18 Uhr nach hause nahm, damit ich noch genügend Zeit hatte, um meinen Koffer zu packen. Denn morgen früh um 4.30 Uhr wird mein Wecker klingeln und um 5.30 Uhr wir mich meine Gastmutter nach Long Harbour fahren, von aus ich mit 14 anderen Austauschschülern die Fähre nach Vancouver nehmen werde und später bis nach Seattle fahren werde, wo ich bis am Donnerstag bleiben werde. Ich freue mich extrem auf diese Reise, das Programm klingt sehr spannend und abwechslungsreich.
Ich werde mich wieder melden, sobald ich aus den USA zurück bin, noch bevor am Montag dann bereits der zweite Trips dieser Frühlingsferien, in die Rocky Mountains, stattfinden wird!

 Grace Point

 Es gibt praktisch überall auf der Insel schöne Buchten.



Mittwoch, 13. März 2019

Die ersten 60 Tage:

Die Zeit vergeht extrem schnell... Ich bin jetzt schon seit genau 60 Tagen hier und es bleiben nur noch 113 Tage Schule bis ich Salt Spring Island wieder verlassen muss. Ich denke nicht daran, dass ich in nicht allzu langer Zeit wieder zurück in der Schweiz bin und geniesse hier jeden Moment. Seit ich hier bin, habe ich die Schweiz nie wirklich vermisst. Ich habe hier bereits am ersten Tag viele neue Leute kennengelernt und viele Freunde gemacht. Unterdessen kenne ich schon sehr viele andere Schüler der Schule, meine besten Kollegen sind aber vor allem andere Austauschschüler, mit denen ich auch viel Zeit ausserhalb der Schule verbringe. Momentan sind an meiner Schule hier über 40 international Students. Sie kommen aus vielen verschiedenen Ländern: Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Brasilien, Belgien, China, Japan, Ungarn, Korea und Spanien. Auch wenn es viele Gerüchte über eine Austauschschülerin aus der Schweiz an der Schule gibt, die bereits letztes Semester hier gewesen sei, bin ich bisher der einzige Schweizer, den ich kenne. Mit vielen von den Austauschschülern werde ich auch in den Frühlingsferien an den Trips teilnehmen, die ich bereits erwähnt habe. Nach Seattle werden 15 Schüler gehen, in die Rocky Mountains 24. Im Mai und Juni wird es für die Austauschschüler noch zwei Trips and Wochenenden geben, einen nach Tofino und einen nach Vancouver. An welchen ich dabei teilnehmen werde, weiss ich aber noch nicht.

Die Bucht von Ganges

Links: Salt Spring Island, rechts: Vancouver Island

Der Hafen von Victoria


Ein Teil des Frühstücks am Sonntag











Als die Schule letzten Donnerstag um 12.30 Uhr endete und wir Wochenende hatten, ging ich mit zwei anderen Austauschschülern in die Stadt und danach zu mir nach hause. Nachdem wir Fussball spielten assen wir bei mir zuhause Abendessen und gingen danach zusammen mit Taro nochmals raus. Um 21 Uhr kam Arthurs Gastmutter um ihn abzuholen und nahm mich mit, damit ich bei ihnen übernachten konnte. Wir wollten eigentlich mindestens zwei Harry Potter-Filme schauen und machten Popcorn. Nach ca. 30 Minuten schliefen wir aber bereist beide. Also schauten wir die Filme am Freitagmorgen zu Ende. In der Nacht hatte es begonnen zu schneien und es schneite am Freitag auch den ganzen Morgen. Nachdem Arthurs Gastmutter uns Pancakes zum Frühstück gemacht hatte, gingen wir noch etwas raus, die Sonne kam und der ganze Schnee war schon fast wieder vollständig geschmolzen. Am Abend ging ich dann wieder nachhause.
Am Samstagmorgen traf ich Bruno und Elias um 9 Uhr in der Stadt, wir nahmen den Bus nach Fulford und von dort aus die Fähre nach Victoria. Per Zufall trafen wir im Hafen Arthur und seine Gastmutter, weshalb sie uns mit dem Auto in die Innenstadt mitnehmen konnten. Wir gingen ins Kino, um Captain Marvel, zu schauen, assen etwas, gingen ans Wasser und auf dem Heimweg noch in einen Walmart, bevor wir dann um 21 Uhr die Fähre zurücknahmen. Als wir um 21.40 im Hafen in Fulford ankamen, mussten wir zuerst die Autos abfahren lassen und verpassten dadurch den letzten Bus des Tages. Zum Glück kamen wir dann doch noch in die Innenstadt, von wo aus Brunos Gastvater mich nach hause fahren konnte.
Am Sonntag kam wieder Julies Bruder, der uns schon wieder ein grosses Frühstück machte und am Nachmittag ging ich noch ans Meer und mit Taro Fussball spielen.
Am Montag startete meine letzte Schulwoche vor den zweiwöchigen Frühlingsferien, auf die ich mich schon sehr freue. In der Mittagspause hatten wir ein Info-Meeting für die Trips nach Seattle und in die Rocky Mountains für alle Austauschschüler, die möchten. Wir machten die Zimmer-Zuteilung und bekamen die letzten Informationen, was wir alles mitnehmen müssen und wann wir wo sein müsse, sowie auch das Programm, was wir alles unternehmen werden.
Nun  habe ich schon wieder 3 von 4 Schultagen hinter mir. Heute Nachmittag blieb ich nach der letzten Stunde in der Schule und ging mit Arthur, Bruno und Julian an die Movie Night, die einmal pro Monat für die Austauschschüler organisiert wird. Morgen um 16.15 Uhr werde ich dann bereits Frühlingsferien haben.



Mittwoch, 6. März 2019

Kanada vs. Schweiz

Diese Woche war ganz normal. Am Freitag bin ich dann um 14 Uhr das erste mal Haare schneiden gegangen, am Nachmittag traf ich Kollegen, wir gingen essen und Fussball spielen. Momentan wird es bereits zwischen 18 und 18.30 Uhr dunkel, man merkt aber das die Tage länger werden. Um 18.30 machte ich mich auf den Heimweg vom Sportplatz, ich musste 50 Minuten im Dunkeln nach hause laufen, es gibt hier außerhalb der Stadt keine richtigen Gehsteige und keine Strassenlaternen. Trotzdem fand ich meinen Weg gut und wurde nur einmal beinahe angefahren. Für gestern hatte ich ursprünglich geplant, nach Vancouver zu gehen, mich aber am Freitag kurzfristig umentschieden, weil viele sagen, es lohnt sich fast nicht für einen Tag. Trotzdem möchte ich irgendwann nach Vancouver gehen.
Am Samstag habe ich dann ausgeschlafen und bin am Nachmittag noch kurz in den Hauptort gegangen. Am Sonntagmorgen kam Ron, der eine Bruder meiner Gastmutter mit seiner Tochter und seinen beiden Enkeln und machte für alle ein grosses Frühstück mit Speck, Erdbeeren, Waffeln, Pancakes und vielem mehr, am Nachmittag bin ich ans Meer gegangen, das Wetter war sehr schön. Danach ging ich dann nochmals in die Stadt.
Die letzten drei Tage hatte ich ganz normal Schule, morgen werde ich nur bis um 12.30 Uhr Schule haben, weil am Nachmittag Lehrersitzungen sind. Was ich am Wochenenden mache, weiss ich noch nicht, wahrscheinlich gehe ich aber am Samstag wieder nach Victoria.


Im Vergleich zur Schweiz ist hier alles ganz unterschiedlich. So zum Beispiel das Essen. Während wir in der Schweiz sehr abwechslungsreich essen und nicht jeden Tag Fleisch essen, gehört Fleisch hier zum Alltag. Fast jeden Tag esse ich hier Fleisch, was ich auch schon von anderen Austauschschülern gehört habe, die in den USA oder in Neuseeland waren. Eines der berühmtesten Gerichte Kanadas ist Poutine. Das sind Pommes mit Käse und einer speziellen Bratensauce. Hier auf der Insel bekommst du es in fast jedem Lokal. Allgemein fällt mir auf, wie international das Essen selbst auf einer eher kleineren Insel ist. So gibt es hier im Hauptort einen Mexikaner, zwei Sushi-Restaurants und zwei Pizzerias. Das Essen ist an all diesen Plätzen sehr fein und ich im Vergleich zur Schweiz deutlich günstiger. Meistens ist es wert, das Geld auszugeben, das sie hier fürs Essen verlangen. Zum Frühstück gibt es vor allem Weissbrot, bei mir eigentlich nur Toast. Dazu essen viele Kanadier Peanut-Butter. Zum Lunch nehme ich immer ein Sandwich mit, wenn ich aber in die Stadt gehe, esse ich es manchmal nicht, aber die meisten Schüler nehmen jeweils einen Lunch von zuhause mit. Manchmal bringt uns der Bruder meiner Gastmutter, welcher Fischer ist, frischen Lachs oder Crevetten.
Ein anderer deutlicher Unterschied zur Schweiz ist hier der Verkehr und Transport. Auf der Insel kann man ohne Auto eigentlich nicht leben. Die Busse in die Stadt kommen vielleicht alle zwei Stunden, während dem wir in Zürich alle 7 Minuten Trams haben. Ich habe mich aber sehr schnell daran gewöhnt und wenn man den Fahrplan anschaut und seinen Tag etwas plant, ist es kein Problem. Trotzdem sind alle immer wieder auf ihre Eltern angewiesen, um irgendwo abgeholt zu werden.
In die Schule gibt es acht verschiedene Linien Schulbusse, die meisten Schüler kommen so zur Schule und auch wieder nach hause. Die Fähren um nach Victoria oder aufs Festland zu kommen, fahren regelmässig und verlassen die Inseln an verschiedenen Häfen.
Auch die Schule ist total anders. Meine Schule ist deutlich grösser als zum Beispiel das LG und die Regeln sind viel lockerer. Während der Stunde ist es ganz normal, zu essen oder mal zu seinem Spind zu gehen. Bei den Lehrern habe ich stärker das Gefühl, dass sie uns auch wirklich etwas beibringen wollen, während dem sich unsere Lehrer in der Schweiz häufig darüber aufregen, wenn wir etwas nicht verstehen. Am Schulsystem hier kann man auch erkennen, dass Sport eine viel wichtigere Rolle spielt als in der Schweiz. Man kann unterschiedliche Sportkurse wählen, ist aber nicht verpflichtet, irgendeinen Schulsport zu besuchen und man macht in allen Kursen spezifische Sachen und nicht einmal Ringturnen und einmal Speerwurf. Zum Beispiel kann man Basketball, Physical Education oder Fitness wählen. Gleichzeitig lernt man auch noch Theorie zum Sport. Meine Klasse schaut zum Beispiel gerade das Skelett an. Auch der freie Freitag ist eine Idee, um uns mehr Zeit für Sport in unserer Freizeit zu geben.
Auch die Natur ist hier natürlich deutlich anders. Auf der Insel gibt es, wie in ganz Kanada, viele Tannenbäume. In den Gewässern rund um die Insel gibt es Wale, Orcas und viele andere grosse Meerestiere. An Land kann es Bären und Pumas geben. Die Leute hier leben anders zusammen mit der Natur und man sieht viel weniger Abfall herumliegen.
Die Insel hat auch einen Flughafen. Er ist in der Bucht des Hauptortes auf dem Wasser. Täglich fliegen hier mehrere Wasserflugzeuge ab, in Richtung zwei verschiedener Flughäfen in Vancouver.











Dienstag, 26. Februar 2019

Victoria

"To travel is to discover that everyone is wrong about other countries."

Seit genau vier Woche bin ich jetzt bereits in Kanada und die Zeit vergeht extrem schnell.
Diese Woche startete mit einem Feiertag, dem British Columbia Family Day, weshalb wir erst am Dienstag Schule hatten. Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag hatten wir in Fitness & Strength verschiedene Fitness-Tests. Dabei ging es darum, unseren momentanen Standpunkt zu sehen, eine Note gibt es erst in der Mitte des Semesters, wenn wir die genau gleichen Tests wieder machen. Dann wird unsere Lehrerin unsere Verbesserung von diesem Test zum nächsten bewerten. Vor den Sommerferien wird es dann nochmals einen letzten Test geben. Bisher finde ich dieses Fach sehr cool, weil es Spass macht, jeden Tag Sport zu machen und weil wir auch sonst extrem viel lernen, z.B. über Ernährung, die Blutzirkulation, Muskeln und den menschlichen Körper im Allgemeinen.
Am Mittwoch hatte ich meine erste Matheprüfung. Ich erreichte 30 von 31 Punkten, obwohl ich in der Schweiz extrem schlecht in Mathe bin und ich hier ein Jahrgang höher bin. Hier gibt es nicht wie in der Schweiz Noten von 1 bis 6, sondern einen Prozentsatz, wenn man alle Punkte hat, bekommt man also 100%.
 Es fällt generell auf, wie viel einfacher die Schule hier ist als in der Schweiz. Den Stoff, den ich in der Schweiz verpasse, kann ich aber problemlos nachholen, während dem ich das, was ich hier lerne nicht nachholen kann. Ich lerne extrem viel über andere Kulturen, lerne eine Weltsprache fliessend sprechen, werde selbstständig und lerne viele andere Leute aus vielen verschiedenen Ländern kennen.
Ich lerne nicht nur Neues über Kanada, sondern auch über all die Länder, aus welchen die anderen Austauschschüler kommen. Häufig fällt einem dabei auf, dass viele Vorurteile überhaupt nicht wahr sind.
Am Donnerstagabend ging ich mit meinen beiden Gastbrüdern spontan ins Kino, den Transformer-Film Bumblebee schauen.
Am Freitagmorgen hatten wir ausnahmsweise Schule, um den Montag nachzuholen. Um 12.30 Uhr hatten wir dann Wochenende. Ich ging mit Taro und Arthur (einem anderen Austauschschüler) in die Stadt. Als ich im Coffeeshop mit meiner Kreditkarte zahlen wollte, sah der Kassierer meinen Ausweis und fragte mich, ob ich aus der Schweiz bin. Daraufhin verschwand er im Büro und kam mit einer noch verpackten, ziemlich grossen Schweizerfahne zurück, die er mir schenkte, was auch wieder die Offenheit der Kanadier zeigt.
Da für dieses Wochenende zum ersten mal kein Schnee angesagt war, konnten wir im dritten Anlauf endlich doch nach Victoria auf Vancouver Island gehen. Ich ging mit vier anderen Austauschschülern aus Brasilien und Belgien. Wir nahmen die Fähre um 9.50 Uhr und kamen um ca. 11.30 Uhr im Stadtzentrum von Victoria an. Wir besuchten das Royal British Columbia Museum, gingen zweimal zu Tim Hurtons (dem kanadischen Starbucks oder Dunkin Donuts), gingen in das Chinatown-Quartier, in ein Einkaufshaus und auf dem Rückweg in einen noch viel grösseren Walmart, als den, in dem ich das erste mal war.
Weil wir die Busstation nicht fanden, um den Bus zurück zur Fähre zu nehmen, verpassten wir mehrere Busse, die Fähre um 19 Uhr und verzweifelten langsam. Also gingen wir zurück in den Walmart, um die nächsten zwei Stunden totzuschlagen und kontaktierten alle unsere Gastfamilien.
Am Ende fanden wir dann doch noch die richtige Station, nahmen den Bus und schafften es locker auf die letzte Fähre des Tages nach Salt Spring um 21 Uhr. Auf der Insel angekommen, musste ich noch zwei Busse nehmen bevor ich dann schlussendlich um 23 Uhr auch wirklich zuhause war.
Es war aber ein super Tag gewesen und wir haben viel gesehen. Ich freue mich bereits darauf, das nächste mal nach Victoria zu gehen.
Am Sonntag blieb ich dann zuhause, ging kurz ans Meer, weil das Wetter sehr schön war und schaute dann am Nachmittag die Oscars.
Nächstes Wochenende werden wir vielleicht nach Vancouver gehen, was sicherlich auch sehr cool wäre.
 Das Royal British Columbia Museum

 Der Hafen von Victoria

 Das Parlament von British Columbia












Montag, 18. Februar 2019

Spontane "Ferien"

Nach dem Snow-Day am letzten Montag, von welchem ich euch bereits berichtet habe, fiel die Schule tatsächlich auch noch am Dienstag und Mittwoch wegen dem unerwartet starken Schneefall aus. Am Dienstag hatten wir dann erneut für einige Stunden keinen Strom.
Alle Schüler hatten extrem Freude am Schnee und man hat richtig gemerkt, dass viele sich dieses Wetter überhaupt nicht gewohnt sind. Ich habe es auf jeden Fall sehr genossen, war während diesen Tagen viel draussen und habe mit meinem Gastbruder auch einen Schneemann gebaut.
Der einzige Nachteil war, dass ich keine anderen Kollegen treffen konnte, da die Busse nicht fuhren und die Strassen viel zu eisig waren. Am Mittwochabend erfuhren wir dann, dass die Strassen genügend gut geräumt werden konnten, dass die Schule am Donnerstag wieder stattfinden konnte. Also war ich am Donnerstag zwischen 8.55 und 16.10 Uhr in der Schule. Weil ich am Freitag nie Schule habe und wir am Montag wegen dem "British Columbia Family-Day" schon wieder frei haben werden, hatte ich nach sechs Tagen ohne Schule einen Tag Schule und habe jetzt schon wieder vier Tage frei gehabt.
Nachdem wir bereits letzte Woche wegen dem Wetter nicht ohne Erwachsenen nach Victoria durften, verboten uns die Verantwortlichen an der Schule auch für dieses Wochenende den Ausflug, da sie befürchteten, die Fähre könnte im Laufe des Nachmittags wegen Schnee gestrichen werden. Wenigstens waren die Strassen diesmal genügend gut, dass man wenigstens auf der Insel irgendwohin gehen konnte.
Am Freitagmorgen hat sich meine Gastmutter auf den Weg nach Victoria gemacht, um einen weiteren Jungen abzuholen, der auch bis im Sommer bei uns wohnen wird. Er ist 16 Jahre alt und aus China.
Weil sein Flug verspätet war, kamen meine Gastmutter und er erst nach 20 Uhr wieder hier an. Er scheint sehr nett zu sein, kann aber praktisch kein Wort Englisch, also noch schlechter als der Japaner, der bereits von Anfang an mit mir hier ist.
Ich habe mich in der Zwischenzeit vollständig hier eingelebt. Ich habe es sehr gut mit meiner Gastmutter und ihrem erwachsenen Sohn. Mit meinem japanischen Gastbruder habe ich es eigentlich gut, er verbringt aber einen grossen Teil seiner Freizeit in seinem Zimmer und schläft oder ist mit seinem Handy beschäftigt. Ich fühle mich auch in der Schule sehr wohl, ich habe gute Mitschüler und auch die Lehrer und Betreuer setzen sich sehr für uns ein.
Am Freitagnachmittag bin ich mit drei anderen Austauschschülern aus Brasilien, Deutschland und Frankreich in die Stadt gegangen und danach noch ins einzige Kino auf der Insel, das sich in einem alten, kleinen Gebäude aus dem Jahr 1896 befindet. Pro Tag gibt es nur ein bis zwei Vorstellungen, an diesem Abend lief der Film "Bohemian Rhapsody".
Gestern ging ich am Nachmittag mit Taro, meinem japanischen Gastbruder in den Hauptort, heute hat unsere Gastmutter uns mitgenommen und uns mit dem Auto einige Dinge auf der Insel gezeigt.
Nachdem es dieses Wochenende wärmer wurde und der Schnee zu schmelzen begann, wird es morgen wieder deutlich kälter und ein bisschen Schnee ist angesagt. Es wird aber definitiv nicht genügend für einen weiteren Snow-Day sein, also werden wir morgen wieder ganz normal zur Schule gehen. Am Freitag werden wir diese Woche ausnahmsweise Schule haben, da am Montag wegen einem Feiertag keine Schule stattfand.
In bereits einem Monat werde ich zwei Wochen Frühlingsferien haben, auf welche ich mich bereits sehr freue, weil ich dabei auf zwei Trips von der Schule mit anderen Austauschschülern gehen werde. Dazu werde ich vor den Ferien einen separaten Eintrag machen.











Montag, 11. Februar 2019

Snow!

Nun ist auch bereits meine zweite Schulwoche für mich hier in Kanda vorbei. Die Zeit vergeht extrem schnell! Vor einer Woche kam der erste Schnee seit ich hier bin, es war nicht viel, vielleicht 2cm. Aber trotzdem: Hier geht bei Schneefall sofort alles drunter und drüber. Es fuhren nicht mehr alle Schulbusse und neben vielen anderen Schülern verpassten auch mein Gastbruder und ich am Montag den Schulbus. Zum Glück kam kurz darauf ein ÖV-Bus und wir kamen nur 30 Minuten zu spät in die Klasse. Allerdings waren wir in allen Fächern nie viel mehr als vielleicht acht Schüler, weil viele gar keine Möglichkeit hatten, in die Schule zu kommen - wegen 2cm Schnee. Am nächsten Tag kamen dann wieder die Meisten zur Schule.
Während der ganzen Woche habe ich wieder neue Schüler kennengelernt und ich fühle mich bereits seit letztem Wochenende hier zuhause.
Bisher sind meine meisten Kollegen hier andere Austauschschüler. Auch in der Freizeit versuchen wir, Sachen zu unternehmen. Am Sonntag haben wir im Hauptort z.B. den Superbowl geschaut und am Samstag wollten wir eigentlich nach Victoria gehen. Am Freitagabend kam es aber erneut zu Schneefall, diesmal begleitet von starkem Wind. Um 22.30 Uhr fiel dann der Strom aus, was bei starken Winden hier wohl öfters passiert. Wir erwarteten, dass wir für vielleicht fünf Tage keinen Strom mehr haben werden, am Ende dauerte es aber zum Glück nur eine Stunde und das Problem war bereits wieder behoben.
Das Büro der Schule, das für die Austauschschüler zuständig ist, riet uns davon ab, am Samstag nach Victoria zu gehen. Als es auch unsere Gasteltern nicht für die schlauste Idee hielten, entschieden wir uns, den Ausflug auf nächstes Wochenende zu verschieben. Am Sonntag ging ich dann aber mit meinem Gastbruder, unserer Gastmutter und ihrem Bruder doch noch nach Vancouver Island. Auf dem Hinweg konnten wir auf der Fähre in die Kabine des Kapitäns gehen und uns wurde alles erklärt, was sehr spannend war. Auf Vancouver Island gingen wir in ein Sportgeschäft, etwas essen und schliesslich noch in einen Walmart. Walmart ist eine Kette von Kaufhäusern, die alles haben wie z.B. Kleidern, Lebensmitteln oder Spielwaren.
Am Nachmittag hatte es bereits wieder angefangen zu schneien und als wir aus dem Walmart gingen und uns auf den Heimweg machten, war alles weiss. An der Fährenstation mussten wir über eine Stunde warten, weil die Fähre auf der anderen Insel nicht entladen werden konnte, weil die Autos nicht den verschneiten Hang hinauf kamen. Also musste zuerst noch die Strasse gesalzen und frei geschaufelt werden, während dem wir nicht wussten, ob wir noch nachhause kommen würden.
Schlussendlich funktionierte dann doch noch alles und wir kamen am Abend gut an.
Wegen dem Schneefall ist heute ein sogenannter "Snow-Day" was bedeutet, das wir keine Schule haben. Es hat etwa 25cm Neuschnee gegeben und für die nächsten Tage ist noch mehr angesagt. Es ist also gut möglich, dass wir auch morgen noch nicht zur Schule müssen und den Schnee geniessen können.


Nach dem Stromausfall hatten wir nur noch Kerzen und Taschenlampen, da das Licht nicht mehr ging



In der Kabine des Kapitäns der Fähre 

 Der Walmart in Duncan, einer der kleineren in Kanada



Beim Warten auf die Fähre

Der Schnee am Montagmorgen